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Globales Lernen

Globales Lernen ist ein pädagogisches Konzept, dessen Ausgangspunkt Herausforderungen, Risiken und Chancen der Weltgesellschaft sind. Unser Bildungssystem steht heute vor der Verantwortung, Kindern und Jugendlichen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, damit sie ihre eigene Rolle in der Weltgesellschaft reflektieren, komplexe ökologische, politische und wirtschaftliche Entwicklungen verstehen und daraus neue Wege des Denkens und Handelns ableiten können.

Globales Lernen orientiert sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und dem Ziel einer sozial und wirtschaftlich gerechten Weltgesellschaft. Es greift die Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung – Politik, Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft - auf und setzt sich mit den daraus entstehenden Zielkonflikten und den Wechselwirkungen zwischen lokaler Lebenswelt und globalen Zusammenhängen auseinander.

Globales Lernen beschäftigt sich damit, wie Erziehung und Bildung den weltweiten Prozessen begegnen und Einsicht in die komplexen Zusammenhänge gewährleisten können, ohne die Menschen zu überfordern. Es geht darum, wie der einzelne sein Leben als Teil des Weltgeschehens begreifen, seinen Platz darin finden und ihn in Verantwortung für sich und die Gemeinschaft ausfüllen kann.

Information und reine Wissensvermittlung reichen nicht aus. Das Individuum muss bereit und in der Lage sein, Ambivalenzen auszuhalten, Entscheidungsfindungen alternativ anzugehen, sich in andere Sichtweisen hineinzudenken, selbstreflexiv sein Tun zu bedenken, sich anderen mitzuteilen und Veränderungen in Angriff zu nehmen. Bewusstheit, Verantwortung und Dialogfähigkeit sind wesentliche Voraussetzungen für einen positiven persönlichen Umgang mit immer mehr Fremdheit und mit biographischen Brüchen, die sich aus der globalen Dimension unserer Existenz ergeben können. Die Methodik des Globalen Lernens ist interdisziplinär, interaktiv, partnerschaftlich sowie handlungs- und erfahrungsorientiert und fördert selbstständiges Lernen. Verschiedene Sichtweisen, insbesondere Perspektiven von Menschen aus Ländern des Südens, kommen gleichberechtigt zur Sprache.

Der „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung“ wurde durch die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 2007 veröffentlicht. Die KMK legt darin Lehrerinnen und Lehrern nahe, sich mit dem Thema „Globale Entwicklung“ in ihrem Unterricht zu beschäftigen.

Für Schülerinnen und Schüler, betont die KMK, ist es wichtig, komplexe Zusammenhänge zu begreifen, um optimal auf die zukünftige Lebens- und Arbeitswelt vorbereitet zu werden. Der Bereich „Globale Entwicklung“ sei ein wichtiger Teil der Allgemeinbildung - deshalb unterstützt die KMK die Vermittlung entsprechender Themen und Kompetenzen.

In der Empfehlung der KMK werden nach einem Einleitungsteil, der Kompetenzen, Themen und Leistungsanforderungen darlegt, konkrete Hinweise für die Umsetzungsmöglichkeiten einzelner Fächer und Bildungsbereiche gegeben. Die Kompetenzen, die durch die Vermittlung globaler Themen, ausgebildet werden können umfassen die Kernkompetenzen „Erkennen, Bewerten und Handeln“. Sie werden im Orientierungsrahmen weiter spezifiziert.

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Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung

© Sächsisches Staatsministerium für Kultus