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Sorbische Schulen in Sachsen

Die sorbische Sprache

Das Sorbische gehört gemeinsam mit dem Tschechischen, Slowakischen und dem Polnischen zur westslawischen Sprachgruppe. Im Sorbischen gibt es zwei schriftliche Formen, die obersorbische Schriftsprache in der Oberlausitz und die niedersorbische  in der Niederlausitz.

Die sorbischen Schulen

Im zweisprachigen Siedlungsgebiet der Oberlausitz und der mittleren Lausitz besuchen Kinder aus sorbischsprachigen, deutschsprachigen, deutsch-sorbischsprachigen und anderssprachigen Elternhäusern die Schulen. Deutsch wird von allen Kindern als Zweit- bzw. Erstsprache erworben. Einige von ihnen besitzen Vorkenntnisse in der sorbischen Sprache, andere nicht. Alle Schüler sollen in der Schule eine aktive sorbisch-deutsche Zweisprachigkeit erreichen, unabhängig vom jeweiligen sprachlichen Ausgangsniveau.

Ab dem Schuljahr 2002/2003 wurde an 13 Schulen ein neues Konzept mit dem schulart-übergreifenden Projekt »2plus - Die zweisprachige sorbisch-deutsche Schule« in wissenschaftlicher Begleitung durch die Universität Hamburg erprobt. Mit der Projektleitung war das Staatsinstitut für Bildung und Schulentwicklung (Comenius-Institut) und ab 2007 in Nachfolge das Sächsische Bildungsinstitut durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus beauftragt. Die Projektlaufzeit endete 2010.

Durch Zielsetzung, Umfang und Zeitdauer ist das Projekt mit seiner begleitenden Evaluation in Deutschland und Europa einmalig und es konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Ab dem Schuljahr 2013/14 werden alle Schüler an sorbischen Schulen nach dem neuen Schulkonzept zweisprachig unterrichtet. Das Fach Sorbisch wird je nach Sprachstand der Schüler in drei Sprachgruppen unterrichtet. Im Fach Sorbisch ist die sorbische Sprache sowohl Unterrichtssprache als auch Unterrichtsgegenstand, während sie in anderen Fächern vollständig oder teilweise Unterrichtssprache ist. Die Lerninhalte der Sachfachfächer werden bilingual gelehrt. Quereinsteigern ist der Zugang zu den zweisprachigen Klassen gewährleistet, in dem sie durch zusätzlichen Sorbisch-Unterricht an das Sprachniveau herangeführt werden.
Alle Lernziele und Lehrplaninhalte für sächsische öffentliche Schulen sind für zweisprachige sorbisch-deutsche Schulen gültig und verbindlich. Es werden gleichwertige Abschlüsse vergeben.

In den Klassen unterrichten zweisprachige Lehrkräfte. Die Lehrer arbeiten entsprechend dem Leistungs- und Sprachstand der Schüler differenziert, um den unterschiedlichen sprachlichen Ausgangsvoraussetzungen gerecht zu werden.  Schulkoordinatoren begleiten die Sprachbildungsprozesse der Schüler. Zweisprachige sorbisch-deutsche Schulen arbeiten intensiv an der Entwicklung der Bildungssprache im Sorbischen und Deutschen und sichern eine immanente Förderung der Zweisprachigkeit im Unterrichts- und Schulalltag.

Folgende Schulen arbeiten als zweisprachige sorbisch-deutsche Schulen:

Marginalspalte

Bild: Themenillustration Sorbische Schulen in Sachsen

Konzept »2plus« für zweisprachige sorbisch-deutsche Schulen

Abschlussberichte: »2plus - Die zweisprachige sorbisch-deutsche Schule«

Sorbisch-deutsche Schulen in Sachsen: Sprachentwicklung in der Grundschule

Sorbisch-deutsche Schulen in Sachsen: Sprachentwicklung in der Sekundarstufe I

Wissenschaftliche Begleitung

© Sächsisches Staatsministerium für Kultus