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Aufbau und Angebote

Sind Kinder in ihren Bildungs-, Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten so beeinträchtigt, dass sie im Unterricht der allgemeinbildenden Schulen nicht ausreichend integriert werden können, werden sie in einer Förderschule sonderpädagogisch gefördert.

Ziel ist die (Wieder)-eingliederung in eine der anderen allgemein bildenden Schulen. Die Förderschulen bereiten die Schüler auf ein selbstständiges Leben in der Gesellschaft und eine berufliche Tätigkeit vor.

Förderschultypen

Gemäß § 13 Schulgesetz gibt es 8 Förderschultypen.

Schulen für Blinde und Sehbehinderte
Blinde und sehbehinderte Kinder werden auf ein Leben in einer vorwiegend optisch ausgerichteten Umwelt so vorbereitet, dass sie später ihr Leben aktiv und in sozialer Integration bewältigen können.

Spezifische Hilfsmittel dafür sind unter anderem Computer mit Braille-Schrift und Sprachausgabe, Bildschirmlesegeräte und sprechende Taschenrechner. Neben den Lehrern sorgen pädagogische Unterrichtshilfen für eine individuelle Betreuung.


Schulen für Hörgeschädigte
Mit ihren besonderen förderpädagogischen Möglichkeiten hilft dieser Förderschultyp gehörlosen oder hochgradig schwerhörigen Kindern und Jugendlichen Lautsprache zu entwickeln und sich manuelle Kommunikationsformen anzueignen. Die Vielfalt der Kommunikationsformen soll zur Bewältigung schulischer Lernprozesse und zur Lebensbewältigung beitragen.

Beide Förderschultypen, die Schulen für Blinde und Sehbehinderte sowie die Schulen für Hörgeschädigte, gliedern sich in einen Grund- und Mittelschulteil sowie in Klassen mit gleichzeitigem Förderbedarf im Förderschwerpunkte Lernen und in Klassen mit gleichzeitigem Förderbedarf im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Die Lehrpläne richten sich je nach Förderbedarf nach denen der allgemein bildenden Schulen bzw. denen der Schule zur Lernförderung bzw. der Schule für geistig Behinderte.


Schulen für geistig Behinderte
Hier wird nach einem eigenen Lehrplan unterrichtet.
Neben der allgemeinen Bildung in der Unter-, Mittel- und Oberstufe vermittelt dieser Förderschultyp in der Werkstufe auch eine berufliche Grundbildung.

Jede Stufe umfasst drei Schuljahre. Es gibt keine Noten. Die Bewertung richtet sich am individuellen Lernfortschritt der Schüler aus. Neben den Lehrern sorgen pädagogische Unterrichtshilfen für eine individuelle Betreuung.


Schulen für Körperbehinderte
Hier lernen sowohl körperlich als auch mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche. Die Lehrpläne richten sich je nach Förderbedarf nach denen der allgemein bildenden Schulen bzw. denen der Schule zur Lernförderung bzw. der Schule für geistig Behinderte. Neben den Lehrern sorgen pädagogische Unterrichtshilfen und Therapeuten für eine individuelle Betreuung.


Schulen zur Lernförderung
Wenn Schüler große Schwierigkeiten im Lern- und Leistungsverhalten, der Sprache, der Wahrnehmung und im Sozialverhalten haben, werden sie hier gefördert.

Offene Unterrichtsformen, projektorientierter Unterricht, Einzel- und Gruppenarbeit ermöglichen es, die individuellen Fähigkeiten, Neigungen und Interessen der Schüler zu berücksichtigen. Neben dem Erwerb von anwendungsbereitem Wissen wird besonderer Wert auf die Entwicklung von praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die Sozialkompetenz und Werteorientierung gelegt.


Sprachheilschulen
In der Sprachheilschule werden Schüler unterrichtet, deren Fähigkeit zur Kommunikation beträchtlich eingeschränkt ist.

Kinder mit unterschiedlichen Sprachstörungen erhalten auf der Grundlage eines Förderplanes Angebote, die die Sprechfreude und die sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten fördern. Die Sprachheilschule umfasst die Klassenstufen 1 bis 4 und führt grundsätzlich in die anderen allgemein bildenden Schulen zurück.

In Ausnahmefällen kann der Unterricht bis Klassenstufe 10 fortgeführt werden. Es wird nach den Lehrplänen der Grund- und Oberschule unterrichtet.


Schulen für Erziehungshilfe
Die Schule für Erziehungshilfe ist für Kinder und Jugendliche eingerichtet, deren emotionale und soziale Entwicklung durch unterschiedliche Verursachung gestört ist.

Den Schülern steht ein Komplex von individuellen Fördermaßnahmen zur Verfügung. Die Schule für Erziehungshilfe umfasst die Klassenstufen 1 bis 4 und führt grundsätzlich in die anderen allgemein bildenden Schulen zurück. In Ausnahmefällen kann der Unterricht bis Klassenstufe 10 fortgeführt werden. Es wird nach den Lehrplänen der Grund- und Oberschule unterrichtet. Neben den Lehrern sorgen pädagogische Unterrichtshilfen für eine individuelle Betreuung.


Klinik- und Krankenhausschulen
Hier werden kranke Schüler unterrichtet, die sich längere Zeit oder wiederholt in einer Klinik, im Krankenhaus oder in einer Kurklinik befinden. Der Umfang des Unterrichts wird mit dem Arzt abgestimmt.

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Bild: Themenillustration Allgemein bildende Förderschule

© Sächsisches Staatsministerium für Kultus