Das »Leseviertel« - Basale Lesekompetenzen fördern in einer verbindlichen täglichen Lesezeit
Mit dem »Leseviertel« wird Lehrkräften an Grundschulen in Sachsen ein Angebot unterbreitet, sich über erfolgreich evaluierte Leseförderkonzepte und lesedidaktisch fundierte Methoden zu informieren, die unmittelbar in den Unterricht Eingang finden können.
Leseförderung – umgesetzt von Lehrkräften, Schulleitungen und in den Familien
Das »Leseviertel« informiert über Leseförderung im Unterricht, auf der Ebene der Schulentwicklung und in der Elternarbeit:
- Lehrkräfte nutzen das »Leseviertel« als Instrument der eigenen Professionalisierung und steigern mit den »Leseviertel«-Maßnahmen und -Methoden die Qualität des Leseunterrichts.
- Schulleitungen werden mit Anregungen für die organisatorische Umsetzung einer verbindlichen täglichen Lesezeit und bei der Entwicklung einer buch- und lesefreundlichen Schulkultur unterstützt.
- Eltern, Großeltern und an der Leseförderung interessierte Bezugspersonen finden Hinweise zum Lesen in der Freizeit, in der Familie und zur häuslichen Förderung des Lesens und Vorlesens.
Basale Lesekompetenzen und ihre Einbettung in eine buch- und lesefreundliche Schulkultur
In einer schulischen Lesekultur, in der das Lesenlernen in eine genuss- und freudvolle gemeinschaftliche Praxis eingebettet ist, lernen Kinder gern lesen. Das »Leseviertel« unterbreitet deshalb Vorschläge zur Ausbildung einer individuell und sozial bedeutsamen schulischen Lese-, Buch- und Medienkultur, die die stark kognitiv geprägten Maßnahmen der Förderung basaler Kompetenzen begleiten.
Die Vorschläge werden zurzeit entwickelt, erprobt und sukzessiv zur Verfügung gestellt.
Förderbausteine zur Ausbildung basaler Lesekompetenzen
Das Lesen zu fördern, ist eine anspruchsvolle und komplexe Aufgabe über die gesamte Grundschulzeit hinweg. Im »Leseviertel« werden deshalb basale Kompetenzen als ein Nacheinander von entscheidenden Lern- und Entwicklungsaufgaben modelliert.
Erste Texte lesen
Auf den Erwerb von Lesefertigkeiten auf Wort-, Wortgruppen- und Satzebene im Anfangsunterricht folgt als erster Baustein im Modell das Lesen »erster Texte«. Für den Baustein sind Auswahl und Aufbereitung von Erstlesetexten zentral.
Texte flüssig lesen
Schülerinnen und Schüler, die nicht flüssig lesen, verwenden ihre gesamten kognitiven Ressourcen auf die Dekodierleistungen – darunter leiden Textverstehen, Lesefreude und das lesebezogene Selbstkonzept. Texte flüssig zu lesen, ist deshalb zentrales Ziel grundschulischer Leseförderung. Lautleseverfahren zur Entwicklung und Steigerung von Leseflüssigkeit sind international breit und einschlägig erfolgreich beforscht. Sie stehen als Leseförderverfahren im Zentrum des Bausteins »Texte flüssig lesen«.
Texte strategisch lesen
Ein wichtiges Ziel grundschulischer Leseförderung ist es, dass Schülerinnen und Schüler Texten Informationen entnehmen können. Kompetente junge Leserinnen und Leser durchschauen den Aufbau von Texten, ihre Gesamtaussage und ihre kommunikative Absicht. Mit den richtigen Werkzeugen und Techniken gelingt es Kindern, »Texte strategisch« zu lesen, das Lesen vor- und nachzubereiten und während des Lesens abzusichern, dass der Text tatsächlich verstanden werden kann.